Brücken wachsen lassen: BlueGreens am World Biodiversity Forum 2026

Als führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Politikverantwortliche und Naturschutzexpertinnen aus aller Welt zum World Biodiversity Forum 2026 nach Davos reisten, machte ein einzelner Container direkt vor dem Kongresszentrum still und leise einen Punkt, den keine Präsentation hätte überzeugender formulieren können.

Im Innern der BlueGreens BOX wuchsen Pflanzen. Fische gediehen. Mikroorganismen taten, was Mikroorganismen tun — still, geduldig, das ganze System am Leben haltend. Kein Boden. Keine Pestizide. Keine emissionsintensiven Lieferketten. Nur ein geschlossener Kreislauf, der frische Lebensmittel mitten in den Schweizer Alpen produzierte — und auf eindrücklichste Weise zeigte: Biodiversität und Lebensmittelproduktion sind keine Gegensätze. Sie können sich tief und fruchtbar ergänzen.

Warum Davos, warum jetzt?

Das World Biodiversity Forum ist keine Randveranstaltung. Es ist eine der wissenschaftlich anspruchsvollsten Biodiversitätskonferenzen der Welt und bringt Forschende, Praktikerinnen und Nachwuchswissenschaftler von allen Kontinenten zusammen — mit dem Ziel, Wissen und Politik voranzubringen, bevor globale Biodiversitätsziele in weite Ferne rücken. Die Ausgabe 2026, vom 15. bis 18. Juni im Kongresszentrum Davos, fand vor dem Hintergrund beschleunigten Artenverlustes und wachsender Dringlichkeit rund um den Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework statt.

BlueGreens entschied sich, hier präsent zu sein — nicht als Sponsor, sondern als Aussage. Ein funktionierender Prototyp dessen, wie kreislauforientierte, biodiversitätsfördernde Lebensmittelproduktion aussehen kann: sichtbar, greifbar und lebendig — im Epizentrum der globalen Biodiversitätsdebatte.

Was die BOX ist — und wofür sie steht

Die BlueGreens BOX ist eine modulare Containerlösung, die auf der hauseigenen EcoPonics®-Technologie basiert. Sie verbindet Pflanzen, Wasser, Mikroorganismen und — je nach Konfiguration — Fische oder Krustentiere zu einem sich selbst regulierenden biologischen Kreislauf. Das System ist vollständig geschlossen, chemiefrei und ganzjährig betreibbar — unabhängig von Klima, Saison oder Standort.

In der «Green»-Variante produziert die BOX Microgreens, Kräuter, Blattgemüse, Algen sowie ausgewählte Früchte und Gewürze. In der «Blue»-Variante wird sie zum kompakten Aquakultursystem, das Fische, Garnelen und andere Krustentiere in Süss- oder Salzwasser züchtet — antibiotikafrei und mit lückenloser Rückverfolgbarkeit.

Die eigentliche Botschaft dahinter: Lebensmittelproduktion muss nicht ausbeutend sein. Wenn sie an biologischen Prozessen ausgerichtet ist statt gegen sie, kann ein Container zu einem lebendigen Argument für Biodiversität werden.

Fünf Tage, hunderte Gespräche

Während fünf Tagen auf der Promenade empfing die BlueGreens BOX einen kontinuierlichen Besucherstrom — Wissenschaftlerinnen, die zwischen Sessions heraustraten; Einheimische, die den ungewöhnlichen Container neugierig betrachteten; Schulklassen auf Exkursion; und Forumsteilnehmende, die zu den theoretischen Debatten im Innern auch praktische Antworten suchten.

Die Gespräche waren vielfältig. Forschende fragten nach den mikrobiologischen Prozessen, die EcoPonics® zugrunde liegen. Lebensmittelsystemexperten hinterfragten die Wirtschaftlichkeit dezentraler Produktion. Politikfachleute erörterten, wie zirkuläre Ernährungssysteme in nationale Biodiversitätsstrategien eingebettet werden könnten. Und viele Besucherinnen — darunter viele Einheimische — standen einfach still im Innern der BOX und ließen es sich wirken: dass hier, in einem so kleinen Raum, so viel Leben möglich ist.

Genau diese Bandbreite war beabsichtigt. Die BlueGreens BOX war keine Produktpräsentation. Sie war eine Brücke.

Begegnungen mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft des WBF

Das World Biodiversity Forum 2026 versammelte ein Wissenschaftliches Lenkungskomitee von außerordentlicher Breite — Forschende, deren Arbeit den gesamten Bogen der Biodiversitätsherausforderung abdeckt: von Ökologie und Recht über Finanzierung und indigenes Wissen bis hin zu Kunst und Kultur. BlueGreens durfte viele von ihnen während der Forumswoche direkt einladen und im Gespräch begegnen.

Andrea Bandelli und Thijs Biersteker (Woven Foundation) erforschen, wie Kunst und immersive Erfahrungen Biodiversitätswissenschaft emotional erfahrbar machen können — eine Herausforderung, die BlueGreens aus jeder Begegnung mit Besuchenden kennt, die zum ersten Mal in die BOX treten. Nina Braude, Verfassungs- und Umweltrechtlerin, arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Recht, Politik und Menschenrechten — Terrain, das unmittelbar relevant ist für die regulatorischen Wege neuartiger Lebensmittelsysteme. Joseph Bull (University of Oxford) und Niak Koh (University of Oxford) befassen sich mit netto-positiven Biodiversitätsergebnissen und Naturfinanzierung — Fragen, die zentral dafür sind, wie Lösungen wie BlueGreens künftig gemessen und bewertet werden.

Fabrice de Clerck (EAT Forum) rückte die Verbindung zwischen Ernährung und Natur ins Zentrum; Jeannine Cavender-Bares (Harvard) und Xiaojuan Liu (Chinesische Akademie der Wissenschaften) vertiefen das Verständnis, wie Biodiversität Ökosystemfunktionen antreibt — genau jene Mechanismen, die EcoPonics® nutzbar macht. Rafaella Canessa (iDiv) und Laetitia Navarro (EBD-CSIC) arbeiten an Biodiversitätspolitik und Monitoring-Rahmen; Maggie Hunter und Brian W. Miller (U.S. Geological Survey) bringen genomische und klimaadaptive Werkzeuge ein; Fabian Schneider (Universität Aarhus) setzt Fernerkundung für die Biodiversitätsforschung ein.

Besonders viel Energie brachten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit: Yvonne Wambui Githiora (Wildlife Works) untersucht, wie Biodiversität, Klimawandel und lokale Gemeinschaften im Globalen Süden zusammenwirken. Timothée Fouqueray (ENS Rennes) erforscht transformativen Wandel in Land- und Forstsystemen. Alessandro Mazzi (Wageningen) erkundet die Grenzen und Potenziale des Rechts bei der Ermöglichung menschlich-natürlicher Koexistenz. Maria Park (University of Minnesota / Harvard) verbindet Pflanzen, Ökosystemfunktion und Kunst. Nelly Nambande Masayi (Kibabii University) konzentriert sich auf den Schutz von Bergökosystemen für nachhaltige Lebensgrundlagen.

Das Lenkungskomitee wurde vervollständigt durch: Sunita Chaudhary (ICIMOD), Andrew Gonzalez (McGill University), Irène Hediger (Zürcher Hochschule der Künste), Alice C. Hughes (University of Melbourne), HyeJin Kim (UK Centre for Ecology & Hydrology), Cornelia Krug (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Markku Oksanen (Universität Ostfinnland), Laura Pereira (University of the Witwatersrand / Stockholm University), Owen Petchey (Universität Zürich), Maria J. Santos (Universität Zürich), Zacharias Sautner (Universität Zürich), Michael Schaepman (Universität Zürich), Gabriela Schaepman-Strub (Universität Zürich), Oliver Schelske (SwissRe) und Lynne Shannon (University of Cape Town).

Dies sind keine Randfiguren der Biodiversitätsdebatte. Sie gestalten die Rahmen, in denen jede ernsthafte Lösung ihren Platz finden muss. Dass wir sie in ein funktionierendes Ökosystem einladen konnten — und dass sie es mit Fragen statt mit Skepsis verließen — bedeutet uns sehr viel.

Das Lokale Organisationskomitee: Verwurzelt in der Region

Das Lokale Organisationskomitee des Forums verdient besondere Anerkennung dafür, dass es diese Art von grenzüberschreitender Teilnahme überhaupt ermöglicht hat.

Gabriela Schaepman-Strub (Universität Zürich), Wissenschaftliche Konferenzleiterin, brachte sowohl wissenschaftliche Strenge als auch echte Offenheit für den Dialog zwischen Forschung und Praxis mit. Cornelia Krug (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Wissenschaftliche Konferenzberaterin, deren Arbeit zur Aufbereitung von Biodiversitätsforschung für politische Entscheidende unmittelbar an die Kommunikationsaufgabe von BlueGreens anschließt. Anja Schilling Hoyle (Universität Zürich), Konferenzmanagerin, deren logistische Expertise in der Durchführung großer Wissenschaftskonferenzen die Bedingungen für echte Begegnung schuf — nicht nur für geplante Programmpunkte. Und Jennifer Sparr (Universität Zürich), Projektleiterin der UZH Biodiversitätsinitiative, die half, die institutionellen Ambitionen des Forums mit der gelebten Realität von Davos als lebendigem Gemeinwesen zu verbinden.

Ihre Arbeit stellte sicher, dass das Forum kein geschlossenes System blieb — dass es über seine eigenen Wände hinausreichte, in die Stadt und in Gespräche, die noch lange nach dem Ende der Sessionen weitergeführt werden.

Davos jenseits des Kongresszentrums

Einer der bedeutungsvollsten Aspekte der Woche war die Verbindung mit der Davoser Gemeinschaft selbst.

Davos ist nicht nur ein Konferenzort. Es ist eine Bergstadt mit Landwirtinnen, Schulen, Restaurants und Bewohnerinnen, die das ganze Jahr mit den Alpen leben — und mit den Herausforderungen von Höhenlage, Klimawandel und entfernten Versorgungsketten. Die BlueGreens BOX sprach direkt zu dieser Realität. Lokale Köchinnen und Gastronomen, die zu Besuch kamen, begannen sich vorzustellen, was frische, ganzjährig vor Ort produzierte Microgreens und Kräuter für ihre Küchen bedeuten könnten. Schulkinder, die die BOX betraten, begegneten vielleicht zum ersten Mal der Idee, dass Technologie und Ökologie kein Widerspruch sind. Passantinnen, die beim Vorbeigehen innehielten, stellten Fragen, die weniger philosophisch als praktisch waren: Was kostet das? Wie viel Platz braucht es? Könnte es so etwas hier geben?

Das sind die Gespräche, die Biodiversität von einer Abstraktion in eine gelebte Haltung verwandeln.

Was als Nächstes kommt

Das World Biodiversity Forum hat uns daran erinnert, dass die Lücke zwischen wissenschaftlichem Wissen und realer Umsetzung eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit bleibt. Die Rahmen existieren. Die Ziele sind gesetzt. Die Wissenschaft ist eindeutig. Was noch fehlt — dringend — ist eine Vielzahl von Lösungen, die auf lokaler Ebene funktionieren, die Menschen sehen, berühren und glauben können.

Die BlueGreens BOX ist eine solche Lösung. Nicht die einzige, und noch nicht im Maßstab, den der Moment verlangt. Aber ein echter, funktionierender Prototyp dessen, wie kreislauforientierte, biodiversitätsfördernde Lebensmittelproduktion aussehen kann — in einem Container, in einer Bergstadt, vor einem Kongresszentrum, im Gespräch mit einigen der weltbesten Biodiversitätswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

Wir haben Davos mit einem Netzwerk neuer Verbindungen, einer Reihe neuer Fragen und der erneuerten Überzeugung verlassen, dass die Brücken, die es zu bauen gilt, jene zwischen Ideen und Handeln sind — zwischen Wissenschaft und Gemeinschaft, zwischen dem globalen Forum und der lokalen Küche.

Die BOX ist wieder unterwegs. Die Arbeit geht weiter.

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BlueGreens BOX in Davos: Ein lebendiges Ökosystem mitten in den Alpen